BAF

Flugvermessung

Aufsicht über die Vermessung von Flugsicherungsanlagen wie z.B. Instrumentenlandesysteme (ILS) oder Drehfunkfeuer (VOR) durch Dienstleister

Der Bereich Flugvermessung überwacht Dienstleister in der Flugvermessung. Er kontrolliert die Qualität der Ausrüstung, die Art und Durchführung der Flugvermessung und die reproduzierbare Dokumentation der Messungen. Zudem unterstützt er das BMVI mit seiner technischen Expertise bei der Erstellung von Vorschriften im Bereich Flugvermessung.

Aufgaben in der Flugvermessung

  • Erarbeitung von Vorschriften zur Überwachung von Flugvermessungsanbietern
  • Überprüfung von Flugvermessungsanbietern in Bezug auf die verwendete Messtechnik und die angewendeten Messverfahren
  • Aufsicht über die von den Dienstleistern einzuhaltenden Anforderungen an die Flugvermessungsausrüstung
  • Überprüfung der Art und die Durchführung von Flugvermessungen sowie die reproduzierbare Dokumentation in Flugvermessungsberichten
  • Überprüfung von Flugsicherungsorganisationen, die Flugvermessungen durchführen.

Weiterentwicklung der Kalibrierverfahren für die Flugvermessung von Funknavigationsanlagen

Das BAF und die Physikalisch Technische Bundesanstalt (PTB) haben einen wissenschaftlichen Kooperationsvertrag geschlossen, der eine Zusammenarbeit bis Dezember 2017 vorsieht.

Ziele und Inhalt des Projekts

Das Projekt soll klären, wie die Randbedingungen für die Flugvermessung in unterschiedlichen Fluglagen und Flugrichtungen aussehen müssen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die Einsatzzeit von teuren Spezialflugzeugen bei gleichbleibender Qualität zu verkürzen. Mit dem Projekt werden wissenschaftliche Grundlagen für die Beurteilung der Signalausbreitung im Luftraum sowie zur Bewertung der Messergebnisse der Flugvermessungsunternehmen erarbeitet. Funknavigationsanlagen müssen regelmäßig vermessen werden, um die hohen Anforderungen der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) an die Funktionalität solcher Anlagen sicherzustellen. Diese Aufgabe übernehmen Flugvermessungsunternehmen. Sie testen im Flug das vom Boden abgestrahlte Signal und stellen damit sicher, dass Piloten korrekte Angaben in ausreichender Signalstärke für die Navigation ihres Flugzeuges erhalten.

Für die Vermessung werden speziell ausgerüstete Messflugzeuge eingesetzt, die zum Teil jedoch nur für einzelne Fluglagen messtechnisch kalibriert wurden. Messwerte sollen künftig für alle Fluglagen und Flugrichtungen, also auch im Kurven- und Neigungsflug, erfasst werden können. Die so ermittelten Messdaten lassen sich dann als Korrekturdaten für die Navigationsanlagen verwenden. Sie sind einerseits unabhängig von der Lage des Messflugzeugs im Raum und andererseits rückgeführt auf das Internationale Einheitensystem (SI).
Das Projekt soll die Randbedingungen für die Flugvermessung klären. Dazu wird auch die Entwicklung einer speziellen Messtechnik beitragen, die den Einfluss auf den Messwert soweit wie möglich reduziert. Die Projektpartner erarbeiten gemeinsam ein Verfahren zur Vermessung eines Referenzvolumens für das Funksignal. Die durch die vereinbarte Zusammenarbeit gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse fließen auch in die Kalibrierung der Messflugzeuge ein. Insgesamt lässt sich so der Vermessungsprozess optimieren.

Die Projektpartner

Die PTB ist das nationale Metrologie-Institut für Deutschland und untersteht dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung ist die nationale Aufsichtsbehörde über zivile Flugsicherungsorganisationen in Deutschland. Sie ist dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstellt und hat ihren Sitz in Langen (Hessen). Grundlage der Aufsichtsfunktion sind Verordnungen der Europäischen Union zum einheitlichen europäischen Luftraum (SES) sowie § 27 LuftVG.